Philosophie der Theorie

Ich bin keine Theoretikerin. Mindestens nicht in dem Sinn, als die Inanspruchnahme dieser Bezeichnung das Studium an einer Institution (Universität o.ä.) voraussetzt. Ich bin Theoretikerin, weil ich meine bald 20jährige berufliche Praxis als visuelle Gestalterin reflektiere, also im ursprünglichen Sinn des Begriffs Theorie (gr. «theôria» = Anschauen, Betrachtung): ich schaue genau an, was ich tue oder was andere getan haben. Ich denke darüber nach und ich lese in Büchern, wer seine Gedanken dazu festgehalten hat. Das Tun kommt meines Erachtens vor dem Denken. Dieses untersucht, was jemand warum tut oder getan hat. Das Denken braucht einen «Gegenstand» auf den es sich richtet, etwas, dessen Bedeutung es zu erfassen versucht. Die Erkenntnisse aus diesem Prozess, sind vorläufige Theorien, die - im besten Fall - in die Praxis einfliessen, sie bereichern und verbessern. Der Kreislauf schliesst sich permanent...
In den letzten Jahren habe ich mich eingehend mit den Grundlagen der visuellen Kommunikation beschäftigt. Das sind Fragen nach der Unterscheidung von Fakt und Fiktion (bzw. der Konstruktion von Wirklichkeit) und danach, was Texte können, wie Bilder wirken, wie sie zusammenspielen und welchen Einfluss die Digitalisierung auf die beiden «alten» Medien haben könnte.

Bilder / Beschrieb

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Illustrationsgeschichte

Planung und Koordination von vier Vorlesungs-Modulen zum textbegleitenden Bild und zu Bildergeschichten in den Feldern «Fiction» und «Non-Fiction». Gemeinsam mit fünf, auf bestimmte Themen innerhalb der Illustrationsgeschichte spezialisierten Gastdozenten, entsteht so langsam eine Theorie der Illustration, die es so breit gefasst noch nicht gibt. Im deren Zentrum stehen Fragen nach den vielfältigen Formen visueller Narration: Was macht der Text? Was macht das Bild? Auf welche Weise interagieren sie?



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